LesArt.Preis der Sparkasse 2006



"Fantastische Literatur – Andere Welten"

Die Preisträger 2006:
Cüneyt Seven und Sylvia Guse

Der LesArt.Preis ist eine Initiative der Sparkasse Dortmund zur Förderung junger, literarischer Talente. Er ist mit 750,- EUR dotiert.

Der Preis war in diesem Jahr ausgeschrieben mit dem Motto "Fantastische Literatur - Andere Welten". Er ist nicht die Belohnung für literarische Höchstleitungen, sonderns soll eine herausragende Leistung von literarischen Newcomern (Einsteigern) aus Dortmund würdigen, die einen eigenen Weg in die Welt der erzählenden Literatur erkennen lassen. Der Preis soll bestätigen und ermutigen. Das hat er in der Vergangenheit zu unserer großen Freude erfolgreich getan.

In diesem Jahr stachen aus den Bewerbern zwei junge Persönlichkeiten, eine junge Frau - Sylvia Guse - und ein junger Mann - Cüneyt Seven -, und mit ihnen zwei gänzlich unterschiedliche Erzählstile hervor, die wir nur gleichwertig anerkennen können.

Herzlichen Dank an alle Bewerber und herzliche Glückwünsche den beiden Preisträgern.

Wir freuen uns auf den LesArt.Preis 2007.

 

Cüneyt Seven
*1983 in Ahlen Westfalen, ist seit 2005 in Dortmund sesshaft und studiert an der Uni Dortmund Englisch und Deutsch auf Lehramt.

Textauszug:
Es lebe die Reform
Marie? Langsam wacht er auf. Ein Stich im Herzen, als schlüge es zum ersten mal. Die W-Fragen flattern wie aufgeschreckte Krähen durch die Stille. Kein Krächsen klein. Wo und wer bin ich? Was mache ich hier und seit wann? Lenard sitzt auf dem Klo. Seit einer Stunde, zwei Minuten und dreiundzwanzig Sekunden, vierundzanzig, fünfundzwanzig. Seine Hose ist nicht einmal aufgeknöpft, er sitzt auf dem heruntergeklappten Klodeckel. Die Kabinenwände umzingeln ihn. ...

 

Sylvia Guse
ist 29 Jahre alt, im schönen Bochum geboren, im noch viel schöneren Dortmund aufgewachsen. Sie ist von Beruf Hausfrau und Mutter eines 5-jährigen Sohnes; sie singt und spielt bei der Theaterbande Leik-Eick.

Textauszug:
Das Paradies im Sand
In einer Sandgrube saß ein Kind und stellte sich vor, der Bindfaden in seinen Händen sei eine Schlange. Es ließ ihren Körper grün leuchten und die Augen gefährlich blitzen. Zufrieden trat das Kind in den Hintergrund, die Welt außerhalb der Grube verschwamm und die Schlange begann zu leben. Sie hob den Kopf ein wenig in die Höhe, fixierte einen Zweig, den das Kind in den Sand gesteckt hatte und bewegte sich züngelnd und zischend auf ihn zu. ...

 

 

 

zurück