»Karl Heinz Bölling #60 Hörspielnacht«

 

 

30.10.2007 • 20.00 Uhr • Theater Fletch Bizzel

»Karl Heinz Bölling #60 Hörspielnacht«

»Der Sitzplatz« und ein akustisches Portrait

Der Dortmunder Hörspielautor Karl Heinz Bölling wurde in diesem Jahr 60 - ihm zu Ehren wurde sein letztes Hörspiel “Der Sitzplatz” im Magdeburger Bahnhof live ausgestrahlt - in Dortmund können wir nichts anderes machen, als beharrlich zu betonen: wir freuen uns, dass der meist gesendete deutsche Hörspielautor unter uns weilt, uns beobachtet, uns mit all unseren Macken ins Radio bringt, wenn er meint, wir hätten es verdient - wenn wir Glück haben. Wir können ihm gratulieren. Und uns.

»Viel Vergnügen!
und herzlichen Dank an *Karl Heinz Bölling*...

...und die Sender, die seine Arbeiten bringen - besonders an Deutschlandradio Kultur -
und die vielen, die von diesem konsequenten kauzigen einzigartigen Menschen nicht genug kriegen können.«

kape sachau

 

Karl-Heinz Bölling, 1947 in Dortmund geboren,wo er auch lebt. War Klempner, Taxifahrer, seit fast 20 Jahren freier Autor. Er zählt zu den meistproduzierten Hörspielautoren der ARD (und ist wahrscheinlich der einzige mit einem eigenen Fanclub), zuletzt: „Die Eichhörnchen“ (DLR 05). Für den SR:„Der Träumer“ (88),„Der Kochtopf“ (91), „Der Tisch“ (92),„Hedwigs letztes Band“ (94), „Weihnachten daheim“ (98),„Mann, Frau, Hund“ (99), „Der Friseur“ (02) und „Ein netter Abend“ (03).

 


Hörspiele

2007 - Fritz und Willi (54 Min.)
2006 - Der Polizist
2006 - Der Sitzplatz (54 Min.)
2005 - Die Eichhörnchen (54 Min.)
2005 - Der Tisch (45 Min.)
2004 - Wenn der Frühling kommt (31 Min.)
2003 - Die Putzfrau (35 Min.)
2003 - Ein netter Abend (31 Min.)
2002 - Der Friseur (40 Min.)
2002 - Das Zimmer (43 Min.)
2001 - Hände hoch oder Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand (47 Min.)
2000 - Rutscher (49 Min.)
1999 - Das ewige schöne Leben (48 Min.)
1999 - Tschaikowsky oder eine alleinstehende Frau in ihrer schönen Wohnung (50 Min.)
1999 - Mann, Frau, Hund (63 Min.)
1999 - Das Appartment (28 Min.)
1999 - Heinzchens erster Tag (40 Min.)
1999 - Hält ein Porsche im Hörspiel … (35 Min.)
1998 - Wo bin ich (47 Min.)
1998 - Blumen (6 Min.)
1998 - Einmal Park (40 Min.)
1998 - Weihnachten daheim
1997 - Können Vogelspinnen schwimmen? (43 Min.)
1997 - Der Hammer/die Nägel (25 Min.)
1997 - Der Krüppel (35 Min.)
1997 - Der Vogeleisammler (16 Min.)
1996 - Mein total verschwundener Vater, meine total verschwundene Mutter (43 Min.)
1996 - Kalamitäten, Katzen und Kassetten (34 Min.)
1996 - Simone und André (14 Min.)
1995 - Das Messer (56 Min.)
1995 - Der Metzger (54 Min.)
1995 - Die Zeitung (29 Min.)
1994 - Hedwigs letztes Band (61 Min.)
1994 - Der Kasten Bier (23 Min.)
1994 - Der Panzer, die Oma und das Riesenschaf (44 Min.)
1994 - Und was sagt der Hund? (14 Min.)
1994 - Die Zeit macht Pause (15 Min.)
1993 - Wie Herr B aus Dortmund Urlaub im Schwarzwald machte (39 Min.)
1993 - Der Hubschrauber (30 Min.)
1993 - In der Sackgasse (49 Min.)
1993 - Plötzlicher Winter (46 Min.)
1993 - Weihnachten ist das schönste Fest im Jahr (38 Min.)
1993 - Das Äckerchen (19 Min.)
1992 - Kur mit Schatten (12 Min.)
1992 - Ein Freitag auf dem Lande (38 Min.)
1992 - Die Ochsenschwanzsuppe (10 Min.)
1992 - Der Tisch (43 Min.)
1991 - Diebe von Reutlingen (7 Min.)
1991 - Der Kochtopf (41 Min.)
1991 - Das Mittagessen (20 Min.)
1991 - Ein Monolog (10 Min.)
1991 - Wo der Bäcker wohnt (59 Min.)
1991 - Monolog über eine verschwundene Frau (23 Min.)
1991 - Der Rentner (65 Min.)
1990 - Als Opas Hühner keine Eier mehr legten (37 Min.)
1990 - Monologe am Ende eines Jahres (30 Min.)
1990 - Die Hose (6 Min.)
1990 - Die Teppichstange (10 Min.)
1989 - Der Klempner und seine Arbeit was er so täglich macht (8 Min.)
1989 - Mein Opa, der Lokführer (19 Min.)
1989 - Das Schweigen (7 Min.)
1989 - Wenn man verlobt ist, muß man heiraten (11 Min.)
1988 - Die Entlassung (42 Min.)
1988 - Ernstes Gesicht (22 Min.)
1988 - Die Gans (17 Min.)
1988 - Haus Hof und Menschen (10 Min.)
1988 - Der Träumer (36 Min.)
1987 - Briefer 2 (37 Min.)
1987 - Rottweiler (14 Min.)
1987 - Die Vögel bauen sich Nester (34 Min.)
1986 - Ausflug nach Winterberg (38 Min.)
1986 - Buddy Holly (10 Min.)
1986 - Ernstes Gesicht (22 Min.)
1986 - Porsche fahren muß Klasse sein (11 Min.)
1985 - Briefer 1 (44 Min.)
1985 - Ein Erich latscht durch die Welt (12 Min.)


Von Opas Hühnern und einem Porsche im Hörspiel
Karlheinz Bölling zum Sechzigsten
Von Frank Olbert

Rekordverdächtig liest sich die Liste seiner Werke: Über siebzig Hörspielmanuskripte hat Karl-Heinz Bölling verfasst. Viele davon spielen im Ruhrgebiet, wo der Autor vor sechzig Jahren, am 9. Juli 1947, geboren wurde. Doch auf den Listen der großen Hörspielpreise sucht man seinen Namen ebenso vergeblich wie in den Katalogen der Hörbuchverlage. Thomas Doktor hat sich mit dem Werk des wohl meist produzierten Hörspielautors der ARD intensiv beschäftigt.

Olbert: Herr Doktor, was macht Bölling bei den Rundfunkanstalten so beliebt?

Doktor: Er präsentiert Figuren, die so prall, so satt, so geerdet sind. Und was ein Glanzpunkt in diesen Manuskripten ist, sie führen häufig schon mit dem ersten Satz ihre Rolle ein und machen sie klar. Das ist ein besonderes Erfordernis des Hörspiels, dass die Stimme, die ja eine Figur zu vertreten hat, mit dem, was sie sagt, klar macht, um was für eine Figur es sich da handelt.

Olbert: Sie haben eine Sendung über Karl-Heinz Bölling gemacht mit dem Titel "Man kann nur ein Wort an das nächste hängen. Spazierengehen mit Karl-Heinz Bölling". Wo sind Sie denn spazieren gegangen?

Doktor: Wir sind von Aplerbeck nach Sölde gegangen. Das sind zwei Ortsteile von Dortmund und zwar dort, wo Dortmund am Südostrand schon wieder ins Ländliche übergeht. Der Ortsfremde erwartet ja heute vielleicht nicht mehr unbedingt die rauchenden Schlote und die eingeschwärzten Wäscheleinen im Ruhrgebiet, aber es ist tatsächlich so, dass dort, wo das Ruhrgebiet ausfranst, die Gegend sehr schnell einen ländlichen und kleinstädtischen Charakter bekommt, so dass man sich Böllings Geburtsort Aplerbeck als ein kleines Städtchen am Rand dieses großen urbanen Gebietes vorstellen kann.

Olbert: Wie würden Sie Karl-Heinz Bölling charakterisieren?

Doktor: Karl-Heinz Bölling ist von einer sehr liebenswürdigen Verschrobenheit. Man kann ihn sich sehr gut in diesem Mikrokosmos Aplerbeck vorstellen. Das ist dieser Ort für diesen Autor, der die ganze Welt an diesem Ort zu finden in der Lage ist, auch wenn zahlreiche seiner Stücke nicht dezidiert im Ruhrgebiet spielen. Er hat eine positive Verrücktheit und eine bis ins Letzte gehende Konsequenz. Wir reden ja bei Bölling nicht über jemanden, der nur burlesk ist, was die Oberfläche seiner Stücke oft auszeichnet. Die zentralen Themen nach Leben und Tod spielen auch immer eine Rolle. Der Regisseur insbesondere vieler seiner frühen Stücke, Hans Gerd Krogmann hat in den Figuren immer wieder eine abgrundtiefe Traurigkeit, eine Verlorenheit an diese Welt ausgemacht.

Thomas Doktor, geboren 1967 in Siegburg, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft. Freier Autor und Regisseur. Zuletzt "Literatur letal" (DKultur 2007).


Links: Fanclub1DeutschlandRadiohoerspiel.com Fanclub2 Hoerspiele.deWikipedia


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